Folge 5: Wehr dich gegen Beleidigungen und Belästigungen

Online sind nicht alle Menschen fair und freundlich. Manchen ist es egal, ob sie andere mit ihren Beiträgen verletzen. Andere haben sogar genau dieses Ziel. Fremde, aber auch Menschen, die du persönlich kennst, können Social Media nutzen, um dir Angst zu machen, dich zu beleidigen oder bloßzustellen. Auch sexuelle Belästigung ist auf Social Media keine Seltenheit. Wehre dich, wenn andere dich gezielt fertigmachen, bedrohen oder belästigen. Das ist nie okay, und Cybermobbing kann sogar strafbar sein.

Hinweis zum Download: Lade das Video herunter, indem Du mit der rechten Maustaste auf den Download-Button klickst und im Kontextmenü Link speichern unter … wählst.

1) Thema/Hauptbotschaft:

Wenn du auf Social Media beleidigt, bloßgestellt oder belästigt wirst, kann sich das schlimm anfühlen. Wehre dich dagegen! Melde und dokumentiere Kommentare, Nachrichten und (Fake-)Profile und wende dich damit an zuständige Meldestellen.

 

2) Beispiele:

Mariam und Lena sind gute Freundinnen, auch weil sie dieselben Interessen haben. Die beiden tauschen sich oft über Influencer:innen und deren Content aus. Beide nutzen Social Media vor allem, um sich von den Inhalten anderer inspirieren zu lassen, anstatt selbst viel zu posten. Als Mariam eines Abends ihren Instagram-Account öffnet, erschrickt sie: Ihr Nachrichtenfach ist voll mit Nachrichten einer anonymen Person; sie alle enthalten fiese Beleidigungen und Drohungen wie „Ich werde dich kriegen und verprügeln”. Mariam fühlt sich schrecklich. Sie greift zum Hörer und ruft weinend Lena an. Diese ist ebenfalls schockiert, weiß aber direkt, was zu tun ist: „Mach unbedingt Screenshots von den Nachrichten. Blockiere die Person am besten sofort und melde sie auch bei der Plattform. Morgen gehen wir damit gemeinsam zur Polizei. Ich kann auch meine Mama fragen, ob sie mitkommt. Solche Nachrichten sind strafbar!“ Mariam fühlt sich schon etwas besser und fragt nach: „Woher weißt du das alles?“

Lena berichtet, dass ihrer Schwester so etwas Ähnliches auch schon einmal passiert sei. Eine anonyme Person hatte ihr beleidigende Nachrichten geschickt und außerdem ein Fake-Profil von ihrer Schwester erstellt. Durch diese Geschichte weiß Lena, dass die Polizei auch dann ermitteln muss, wenn der/die Täter:in anonym agiert hat.

 

3) Konsequenzen/ Risiken:

  • Du bist dauerhaft traurig und schlecht drauf, fühlst dich ängstlich und unsicher und verlierst die Freude an deinem Alltag.
  • Du traust dich kaum noch, online zu gehen, aus Angst vor beleidigenden oder übergriffigen Nachrichten oder Kommentaren.

 

4) Mehrwert/Lösungen/Hilfestellung:

  • Nutze die Sicherheitseinstellungen der Dienste. Über diese kannst du z. B. kontrollieren, wer deine Inhalte ansehen und kommentieren kann, oder du kannst verhindern, dass Fremde dir private Nachrichten schicken. Checke gelegentlich deine Freundesliste!
  • Mache Screenshots von beleidigenden oder übergriffigen Kommentaren, Nachrichten oder Beiträgen, damit du Beweise in der Hand hast. Cybermobbing kann strafbar sein, sodass du dich damit an die Polizei wenden kannst.
  • Blockiere den:die Nutzer:in und melde sie/ihn direkt in der App/auf der Plattform (damit er/sie auch niemand anderem schadet).
  • Auch wenn du Beleidigungen gut „abkannst”, solltest du dich wehren. Denn so verhinderst du nicht nur zukünftige Attacken gegen dich, sondern auch gegen andere Personen, die damit womöglich nicht so gut umgehen können. Wende dich allerdings immer an den Dienst oder die Polizei direkt, statt den Täter oder die Täterin selbst zu kontaktieren. Da du die Person nicht kennst, ist das sicherer, und es ist wahrscheinlicher, dass diese wirkliche Konsequenzen davonträgt.
  • Hole dir mentale Unterstützung, indem du z. B. mit einer Person deines Vertrauens sprichst oder dich mit anderen Betroffenen austauschst. Das hilft dir, die Situation einzuschätzen und zu verarbeiten.
  • Wende dich an das Beratungsteam von Juuuport. Dort kannst du dich von geschulten Scouts, die teilweise in deinem Alter sind, beraten lassen. Weitere Anlaufstellen sind: Nummer gegen Kummer;  Bündnis gegen Cybermobbing e. V.; Cyber-Mobbing Erste-Hilfe AppHilfetelefon Gewalt gegen Frauen 

 

5) Unterrichtseinsatz:

Die Videofolge eignet sich als Einstieg z. B. in die Unterrichtsseinheit „Handy-Terror“ aus dem Format „Young Crime – Urteil im Klassenzimmer“. Anhand eines realitätsnahen Falls setzen sich die Schüler:innen mit Cybermobbing, digitaler Belästigung und der Veröffentlichung persönlicher Daten auseinander. Die Folge regt dazu an, die Perspektiven von Betroffenen, Täter:innen und Mitlesenden zu reflektieren, Schutzmöglichkeiten kennenzulernen und über einen respektvollen Umgang im Netz ins Gespräch zu kommen.
Quelle, frei downloadbar:
Unterrichtseinheit „Handy-Terror“ von klicksafe: Young Crime – Urteil im Klassenzimmer„.

Die komplette Handreichung zur Folge kannst du hier als PDF herunterladen:

Noch mehr Tipps und weiterführende Angebote findest du hier: