Folge 7: In Unterwäsche oder Bikini auf Social Media – besser nicht
Dich auf Fotos oder in Videos z. B. in Unterwäsche oder Bikini zu zeigen – das ist nicht immer eine gute Idee. Auch wenn es empowernd sein kann, den eigenen Körper zu präsentieren, weißt du nie, wo und bei wem deine Bilder letztlich landen. Es gibt Nutzer:innen, die deine privaten Bilder und Videos ungefragt nutzen, an andere weiterleiten oder sogar veröffentlichen. Wichtig: Nacktaufnahmen sollten privat bleiben.
Achtung: Unabhängig von deinem Content kann es vorkommen, dass dich Menschen online belästigen, indem sie z. B. anzügliche Kommentare posten, dich zu sexuellen Handlungen auffordern oder dir pornografische Fotos schicken. Das ist unangemessen oder sogar verboten. Du kannst dich dagegen wehren, indem du die betreffende Person blockierst, sie im jeweiligen Dienst meldest oder dich an die Polizei wendest. Auch wenn du Belästigung gegenüber anderen wahrnimmst, kannst du aktiv werden!
Hinweis zum Download: Lade das Video herunter, indem Du mit der rechten Maustaste auf den Download-Button klickst und im Kontextmenü Link speichern unter … wählst.
1) Thema/ Hauptbotschaft:
Zu viel nackte Haut auf Social Media zu zeigen, ist für Kinder und Jugendliche mit einem hohen Risiko verbunden! Auch gegenüber (fremden) Follower:innen solltest du wachsam bleiben.
2) Beispiele:
Marie hat einen neuen Bikini, in dem sie sich sehr wohlfühlt. Stolz posiert sie darin vor dem Spiegel und beschließt spontan, ein Foto davon auf Instagram zu posten. Eine Woche später ruft ihre beste Freundin sie aufgeregt an: „Marie, Marie, es gibt einen anonymen Instagram-Account, auf dem jemand Fotos von jungen Frauen im Bikini postet. Da ist auch dein Bikini-Foto dabei.“ Marie erschrickt, gibt den Namen des Accounts ein, den ihre Freundin ihr genannt hat, und ruft ihn auf. Tatsächlich, hier hat jemand unzählige Bilder von jungen Frauen in Badesachen geteilt. Wie eklig, darunter sind lauter anzügliche Kommentare.
Marie erzählt ihrer Schwester davon, und die weiß sofort, was zu tun ist. Ungefragt Bilder von anderen Menschen zu verbreiten, kann illegal sein! Um den Vorfall zu dokumentieren, machen die beiden Screenshots und gehen damit zur Polizei. Und tatsächlich hat die Polizei in diesem Fall einige Ansatzpunkte und leitet Ermittlungen gegen den Nutzer ein. Marie wiederum merkt, dass sie künftig lieber die Kontrolle darüber behalten möchte, wer sie im Bikini sieht, und beschließt, solche Fotos nicht mehr öffentlich zu posten.
3) Konsequenzen/ Risiken:
Du kennst nicht alle deine Follower:innen. Darunter können gleichaltrige oder ältere Personen mit unguten Absichten sein, die deine Inhalte für ihre eigenen Zwecke missbrauchen.
4) Mehrwert/ Lösungen/ Hilfestellung:
• Überlege dir, für welchen Content du stehen möchtest. Es gibt viele verschiedene Themen, die du abdecken kannst, z. B. deinen Lieblingssport, Gaming oder Bücher. Überlege, inwiefern dein Content zu dem Thema passt, dem du dich auf deinem Kanal widmen möchtest. Überlege auch, ob dieses Thema deiner Lebensrealität und deinen Interessen entspricht und ob du dich damit wohlfühlst. Das hilft dir dabei, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, welche Fotos und Videos du (vielleicht lieber nicht) posten solltest.
• Nutze Sicherheitseinstellungen: Beschränke die Sichtbarkeit deiner Inhalte, Kommentare und privaten Nachrichten auf deine Freund:innen und nimm nicht jede:n als Freund:in an.
• Wenn dir eine Person komisch vorkommt, blockiere sie. Das Gleiche gilt, wenn dir Personen Nachrichten und Kommentare schreiben und dich z. B. auffordern, Fotos/Videos mit nackter Haut zu schicken oder andere unangenehme Dinge zu tun. Blockiere sie sofort und melde sie bei der Plattform (das Melden erfolgt anonym!). Diese Art der Kontaktaufnahme kann strafbar sein. Du kannst dich mit den gespeicherten Nachrichten an die Polizei wenden! Und auch wenn es sich anfangs vielleicht unangenehm anfühlt, ist es wichtig, einer erwachsenen Vertrauensperson von den Nachrichten zu erzählen.
• Triff dich nie allein mit einer Person, die du nur aus dem Internet kennst. Bitte eine erwachsene Vertrauensperson darum, dich zu begleiten, und verabrede einen Treffpunkt in der Öffentlichkeit – niemals bei der Person zu Hause!
• Nimm dir regelmäßig Zeit, um die Profile deiner Follower:innen anzuschauen und zu überprüfen, ob dir etwas komisch vorkommt.
• Zusätzlich findest du hier eine Übersicht über Beratungsstellen, die dir helfen, wenn du dich belästigt fühlst: www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-grooming/wo-findet-man-hilfe.
5) Unterrichtseinsatz:
Die Videofolge eignet sich z. B. als Einstieg in die Unterrichtseinheit „Cybergrooming – Gefahr im Chat“. In diesem Unterrichtsmodul lernen die Schüler:innen, was sich hinter dem Begriff Cybergrooming verbirgt, wie sie sich davor schützen können und wo sie im Ernstfall Hilfe bekommen. Die Folge regt dazu an, die eigenen Inhalte und Social-Media-Aktivitäten zu reflektieren und über Belästigung im Netz ins Gespräch zu kommen.
Quelle, frei downloadbar:
Unterrichtsmaterial „Cybergrooming – Gefahr im Chat“ des NDR. Was ist Cybergrooming? Unterrichtsmaterial für die Schule | ndr.de